
Verkauf auf Amazon
Sie haben eine Marke? Das bedeutet noch nicht, dass Sie einen Brand Store und A+ Content auf Amazon erstellen können

Datum der letzten Aktualisierung: 08.09.2026
Das Logo ist fertig. Der Markenname ist gewählt. Die Produkte haben bereits eine Verpackung, und der Grafikdesigner beginnt mit der Vorbereitung der Materialien für den Brand Store und A+ Content.
Und genau hier stoßen einige Unternehmen auf ein Problem: Amazon betrachtet den bloßen Besitz eines Namens, Logos oder einer Domain nicht als ausreichende Grundlage, um Tools für registrierte Marken zu nutzen.
Wenn Sie planen, die Präsenz Ihrer Marke auf Amazon aufzubauen, kommt es auf die Reihenfolge der Schritte an. Bevor Sie in umfangreichen Content investieren, sollten Sie prüfen, ob die Marke und das Konto die für die Implementierung erforderlichen Voraussetzungen erfüllen.
Inhaltsverzeichnis:
Amazon Brand Registry ist der Ausgangspunkt
Muss die Marke bereits registriert sein?
Brand Store: Eigener Markenbereich auf Amazon, aber unter bestimmten Bedingungen
A+ Content: Nicht nur Grafiken unter der Produktbeschreibung
Der häufigste Fehler? Content-Produktion vor der Überprüfung der Bereitschaft
Die Brand Registry schützt die Marke, gewährt aber keine automatische Verkaufsexklusivität
In welcher Reihenfolge sollte man die Marke vorbereiten?
Checkliste vor dem Start eines Brand Store- oder A+ Content-Projekts
Erst die Marken-Infrastruktur, dann die Grafiken
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Lesezeit für diesen Artikel: 6 Minuten.
Amazon Brand Registry ist der Ausgangspunkt
Die Brand Registry ist ein Programm von Amazon für Markeninhaber, um ihre Präsenz auf der Plattform zu verwalten, zusätzliche Verkaufs- und Marketingtools zu nutzen und ihr geistiges Eigentum zu schützen.
Der Registrierungsprozess selbst umfasst jedoch mehrere Phasen – wir beschreiben sie ausführlicher im Leitfaden wie man den Registrierungsprozess einer Marke in der Amazon Brand Registry durchläuft.
Für den Markeninhaber ist dies unter anderem der Weg zu Lösungen wie dem Brand Store oder dem markenspezifischen A+ Content. Amazon verlangt dabei nicht nur den Markennamen selbst. Zu den aktuellen Anforderungen der Brand Registry gehören unter anderem eine dauerhaft auf dem Produkt oder seiner Verpackung angebrachte Marke sowie eine registrierte oder qualifizierte Marke im Status „pending“ (schwebend), die bei der entsprechenden Behörde für geistiges Eigentum eingetragen oder angemeldet ist.
Das ist eine wichtige Unterscheidung.
Ein Firmenname ist nicht dasselbe wie eine Marke. Eine Internet-Domain ist es ebenfalls nicht. Die bloße Nutzung eines Namens über mehrere Jahre hinweg verleiht nicht automatisch den Status einer in der Brand Registry eingetragenen Marke.
Amazon überprüft unter anderem die Übereinstimmung des im Antrag angegebenen Namens mit den Markendaten sowie die Berechtigung der Person oder des Unternehmens, die die Marke anmeldet.
Muss die Marke bereits registriert sein?
Nicht immer.
Dies ist eines der wichtigsten Dinge, die man vor der Planung der Implementierung überprüfen sollte.
Aktuelle Informationen von Amazon zeigen, dass sowohl eine aktive registrierte Marke als auch bestimmte zur Registrierung anstehende Anmeldungen – pending trademark – für die Brand Registry qualifiziert sein können. Die genauen Regeln können je nach Behörde und Markt variieren, daher sollte der Status einer bestimmten Anmeldung vor Beginn des Prozesses überprüft werden.
In der Praxis bedeutet dies, dass man nicht immer auf den Abschluss des gesamten Registrierungsverfahrens warten muss. Das bedeutet jedoch nicht, dass es ausreicht, die Anmeldung der Marke erst zu planen.
Zuerst muss der spezifische rechtliche Status der Marke und deren Übereinstimmung mit den Anforderungen der Brand Registry überprüft werden.
Brand Store: Eigener Markenbereich auf Amazon, aber unter bestimmten Bedingungen
Der Brand Store ermöglicht es Ihnen, einen mehrseitigen Markenbereich innerhalb von Amazon aufzubauen. Dort können Sie Ihr Portfolio strukturieren, einzelne Produktlinien präsentieren, visuelle Materialien nutzen und die Geschichte Ihrer Marke ausführlicher erzählen, als es auf einer einzelnen Produktdetailseite möglich ist.
Amazon beschreibt den Brand Store als dedizierten Markenbereich, dessen Erstellung und Pflege kostenlos ist.
Für Verkäufer ergibt sich der Zugang jedoch nicht allein aus der Tatsache, Produkte unter einem bestimmten Namen zu verkaufen. Gemäß den aktuellen Anforderungen von Amazon für Stores sollte der Verkäufer unter anderem:
ein Professional Seller-Konto besitzen,
eine in der Brand Registry registrierte Marke haben,
ordnungsgemäß zugewiesene Rollen für die jeweilige Marke haben,
ein aktives Konto mit entsprechendem Status besitzen.
Die Gestaltung eines umfangreichen Brand Stores vor der Überprüfung dieser Elemente kann daher zu unnötigen Verzögerungen führen.
A+ Content: Nicht nur Grafiken unter der Produktbeschreibung
Mit A+ Content können Sie die Produktseite um zusätzliche Module erweitern – darunter Bilder, Text, Produktvergleiche und je nach Art des A+ Contents auch andere, komplexere Formate.
Amazon weist auch darauf hin, dass der Basic A+ Content den Umsatz um bis zu 8 % und ein gut implementierter Premium A+ Content sogar um bis zu 20 % steigern kann. Dies sind jedoch Daten von Amazon und sollten nicht als Garantie für das Ergebnis eines bestimmten Produkts verstanden werden. Die Wirkung hängt unter anderem vom Angebot, der Kategorie, dem Traffic, dem Preis, der Qualität der Materialien und der gesamten Produktseite ab.
Auch hier reicht der bloße Besitz eines Logos nicht aus.
Im Fall von Marken fordert Amazon ein Professional-Verkäuferkonto sowie eine entsprechende Rolle – Brand Representative oder Reseller –, die der in der Brand Registry eingetragenen Marke zugewiesen ist. Amazon bietet auch eine separate Möglichkeit zur Nutzung von A+ Content für generische Produkte (generic), aber das ist ein anderes Szenario als der Aufbau von Content für eine registrierte Marke.
Der häufigste Fehler? Content-Produktion vor der Überprüfung der Bereitschaft
Das Problem beginnt in der Regel nicht im Moment der Antragstellung bei der Brand Registry.
Es beginnt früher.
Das Unternehmen bestellt:
ein Brand Store Layout,
Banner,
Lifestyle-Fotos,
A+ Content-Module,
Produktvergleiche,
Materialien zur Markengeschichte,
und prüft erst danach, ob das Konto, die Marke und die Rollen die Implementierung dieser Materialien überhaupt zulassen.
Das ist die umgekehrte Reihenfolge.
Zuerst sollte die Möglichkeit der Implementierung bestätigt werden. Erst danach sollte die vollständige Content-Produktion gestartet werden.
Bei größeren Projekten bedeutet dies weniger Korrekturen, ein geringeres Risiko von Verzögerungen beim Launch und eine bessere Synchronisation von rechtlichen, operativen und Marketing-Aktivitäten.
Die Brand Registry schützt die Marke, gewährt aber keine automatische Verkaufsexklusivität
Dies ist der zweite Bereich, in dem es leicht zu weitreichenden Vereinfachungen kommt.
Die Brand Registry bietet Markeninhabern Zugang zu Tools zum Schutz des geistigen Eigentums, einschließlich der Möglichkeit, mutmaßliche Verstöße zu melden und die Schutzmaßnahmen von Amazon zu nutzen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder andere Verkäufer, der ein Produkt Ihrer Marke anbietet, automatisch entfernt werden kann.
Amazon weist ausdrücklich darauf hin, dass nach der Erstellung eines Produkts, das zu einer Marke aus der Brand Registry gehört, andere Verkäufer unter bestimmten Bedingungen ihr eigenes Angebot an die bestehende Produktseite anhängen können. Sie können dabei einer zusätzlichen Überprüfung unterliegen.
Daher müssen zwei Probleme unterschieden werden:
Der autorisierte oder regelkonforme Wiederverkauf eines Originalprodukts ist nicht dasselbe wie eine Fälschung, die unbefugte Nutzung geistigen Eigentums oder eine andere Verletzung.
Die Brand Registry stärkt die Möglichkeiten zum Schutz der Marke, ist aber kein Knopf, um „die Konkurrenz zu löschen“.
In welcher Reihenfolge sollte man die Marke vorbereiten?
Wenn Sie planen, Ihre Marke auf Amazon bewusst weiterzuentwickeln, sollten Sie Brand Registry, Brand Store und A+ Content als Teile eines einzigen Prozesses betrachten und nicht als drei unabhängige Aufgaben.
1. Überprüfen Sie die Marke
Prüfen Sie, ob die Marke bereits registriert ist oder ob ihr aktueller Status den Beginn des Brand Registry-Verfahrens zulässt.
2. Prüfen Sie die Konformität der Marke mit den Anforderungen von Amazon
Der bei der Brand Registry angemeldete Name sollte mit den Daten der Marke übereinstimmen. Amazon verlangt außerdem eine entsprechende Kennzeichnung der Marke auf dem Produkt oder der Verpackung.
3. Bringen Sie die Brand Registry und die Rollen in Ordnung
Die bloße Genehmigung der Marke löst nicht alles. Der Zugriff auf einzelne Funktionen kann auch von der Art des Kontos und der zugewiesenen Rolle abhängen.
4. Erst dann planen Sie den Brand Store und den A+ Content
In dieser Phase können Sie die Architektur des Stores entwerfen, grafische Materialien vorbereiten, das Portfolio strukturieren und A+ Content erstellen, der den tatsächlichen Kaufentscheidungen der Kunden entspricht.
5. Verbinden Sie den Content mit dem gesamten Vertriebssystem
Der Brand Store und der A+ Content sollten nicht isoliert von den Listings, der Werbung, der Portfoliostruktur oder der Art der Traffic-Generierung funktionieren.
Eine schöne Grafik kann ein schlecht vorbereitetes Angebot nicht retten.
Checkliste vor dem Start eines Brand Store- oder A+ Content-Projekts
Bevor Sie mit der Produktion beginnen, beantworten Sie fünf Fragen:
Ist die Marke tatsächlich auf dem Produkt oder seiner Verpackung gekennzeichnet?
Haben Sie eine registrierte oder qualifizierte Marke im Status „pending“?
Wurde die Marke in der Brand Registry genehmigt?
Ist dem entsprechenden Konto die richtige Rolle für die Marke zugewiesen?
Sind die ASINs, das Portfolio und die Angebotsstruktur bereit für die Nutzung im Brand Store und A+ Content?
Wenn die Antwort auf eine dieser Fragen „Ich weiß nicht“ lautet, sollten Sie genau an dieser Stelle anfangen.
Erst die Marken-Infrastruktur, dann die Grafiken
Der Brand Store und der A+ Content können wichtige Elemente beim Aufbau einer Marke auf Amazon sein. Sie sind jedoch nicht der erste Schritt.
Der erste Schritt besteht darin, zu prüfen, ob die Marke die formelle und operative Bereitschaft besitzt, die Tools von Amazon zu nutzen.
Erst danach lohnt es sich, in die Gestaltung weiterer Module zu investieren.
Bei Go2Market betrachten wir solche Implementierungen ganzheitlicher als nur durch das Prisma der Grafik selbst. Die Verkaufsabwicklung auf Amazon für Hersteller sollte Marke, Konto, Katalog, Content und Verkaufssteuerung zu einem stimmigen Gesamtsystem verbinden. Wenn Sie einen Brand Store oder A+ Content planen, prüfen Sie zuerst, ob die Grundlagen für deren Start bereit sind.
Möchten Sie die Bereitschaft Ihrer Marke für die Brand Registry, den Brand Store und den A+ Content prüfen? Sprechen Sie mit Go2Market darüber, was vor dem Start der Content-Produktion geregelt werden muss.
FAQ - Amazon Brand Registry, Brand Store und A+ Content
Muss man eine registrierte Marke haben, um der Amazon Brand Registry beizutreten?
Der Registrierungsprozess der Marke muss nicht immer bereits abgeschlossen sein. Amazon kann auch bestimmte zur Registrierung anstehende Markenanmeldungen (pending) akzeptieren. Die Qualifikation hängt jedoch vom Markt, der Behörde und dem Status der jeweiligen Anmeldung ab und muss daher vor Beginn des Prozesses geprüft werden.
Reichen der bloße Firmenname oder ein Logo für die Amazon Brand Registry aus?
Nein. Der bloße Firmenname, ein Logo, eine Internet-Domain oder die langjährige Nutzung des Namens bedeuten nicht automatisch, dass die Anforderungen der Brand Registry erfüllt sind. Amazon prüft unter anderem die Marke, die Übereinstimmung der Markendaten sowie die Art und Weise der Kennzeichnung auf dem Produkt oder der Verpackung.
Kann man einen Amazon Brand Store ohne Brand Registry erstellen?
Für Verkäufer ist der Zugang zum Brand Store unter anderem an die Registrierung der Marke in der Amazon Brand Registry sowie an entsprechende Markenrechte gebunden. Auch die Art und der Status des Kontos sowie die zugewiesenen Rollen spielen eine Rolle.
Wer kann A+ Content auf Amazon nutzen?
Für registrierte Marken verweist Amazon unter anderem auf ein Professional-Verkäuferkonto und eine entsprechende Rolle für die in der Brand Registry eingetragene Marke. Amazon sieht auch ein separates Szenario für die Nutzung von A+ Content für generische Produkte (generic) vor.
Gibt die Amazon Brand Registry Exklusivität für den Verkauf von Markenprodukten?
Nein. Die Registrierung in der Brand Registry bietet Zugang zu zusätzlichen Tools für die Markenverwaltung und den Markenschutz, bedeutet jedoch kein automatisches Verbot für den Verkauf von Originalprodukten durch andere Verkäufer. Es muss zwischen dem regelkonformen Wiederverkauf und Fälschungen sowie Verletzungen des geistigen Eigentums unterschieden werden.
Was sollte vor der Erstellung eines Brand Stores und von A+ Content vorbereitet werden?
Zuerst sollten die Marke, der Status der Marke in der Brand Registry, die Kontoart und die zugewiesenen Rollen überprüft werden. Anschließend können die Bereitschaft der ASINs und des Portfolios geprüft und die Gestaltung des Brand Stores und des A+ Contents gestartet werden.
Lohnt es sich, den Brand Store und den A+ Content vor der Registrierung der Marke vorzubereiten?
Die vollständige Produktion von Materialien vor der Überprüfung der Implementierungsmöglichkeiten kann zu zusätzlichen Kosten, Korrekturen und Verzögerungen führen. Der sicherere Weg ist, zuerst die formelle und operative Bereitschaft der Marke zu bestätigen und anschließend den Content vorzubereiten.
Wie unterscheiden sich Amazon Brand Registry, Brand Store und A+ Content?
Die Brand Registry ist ein Programm zur Verwaltung und zum Schutz einer registrierten Marke auf Amazon. Der Brand Store ist ein dedizierter Markenbereich innerhalb der Plattform, während A+ Content die Produktpräsentation um zusätzliche Text- und Bildmodule erweitert.
Stand der Informationen zu den Amazon-Anforderungen: 4. September 2026. Aufgrund von Änderungen der Plattformrichtlinien sollten die Anforderungen unmittelbar vor der Implementierung erneut überprüft werden.
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