
Verkauf auf Amazon
Änderungen bei Amazon: neue Tools, lokale Grafiken und Zoll für Sendungen von außerhalb der EU
24.06.2026

Datum der letzten Aktualisierung: 24.06.2026
Der Juni bringt zahlreiche Neuerungen und Updates auf Amazon. In der vergangenen Woche hat die Plattform weitere 3 Änderungen angekündigt, die den Arbeitsalltag der Seller maßgeblich beeinflussen werden. Die ersten beiden vereinfachen die Verwaltung von Listings und Bildern im Seller Central. Die dritte hat direkten Einfluss auf die Verkaufskosten in Modellen, bei denen Waren von außerhalb der EU an Kunden in der EU versendet werden.
Die Änderungen betreffen verschiedene Bereiche, teilen jedoch einen gemeinsamen Nenner: den wachsenden Bedarf an Kontrolle über Produktdaten, die Lokalisierung von Inhalten und die Rentabilität des Fulfillment.
Inhaltsverzeichnis:
Überarbeitetes Add Products: Klarerer Prozess zur Angebotserstellung
Country-specific images im Image Manager: Leichtere Kontrolle lokaler Grafiken
Neuer Zoll für B2C-Sendungen aus Drittländern ab dem 1. Juli 2026
Was ändert sich bei FBM?
Was ändert sich bei Remote Fulfillment mit FBA?
Was sollte man zuerst prüfen?
Zusammenfassung
Lesezeit dieser Anleitung: 5 Minuten.
Überarbeitetes Add Products: Klarerer Prozess zur Angebotserstellung
Am 15. Juni 2026 informierte Amazon über Änderungen am Tool Add Products. Die neue Benutzeroberfläche soll das manuelle Hinzufügen von Produkten zum Katalog vereinfachen und die Anzahl der rein routinemäßig ausgeführten Schritte reduzieren.
Die wichtigste Änderung ist das strukturiertere Interface. Das Tool leitet den Nutzer Schritt für Schritt durch die Erstellung des Listings und passt sich der Bildschirmgröße an. Zudem hat Amazon ein 3-Panel-Layout eingeführt:
Auf der linken Seite sieht man den Fortschritt beim Ausfüllen des Angebots,
im mittleren Teil befinden sich die Eingabefelder für die Daten,
auf der rechten Seite sind komplexere Elemente wie Varianten und Preisregeln platziert.
Für Marktplatz-Teams sind auch die Attributbeschreibungen direkt an den Feldern von großer Bedeutung. Dies sollte Fälle minimieren, in denen die das Listing erstellende Person raten muss, welche Informationen Amazon erwartet. Zudem kann man während der Arbeit am Angebot die Hilfesuche und den Seller Assistant nutzen, ohne die Produkterstellung verlassen zu müssen.
Amazon hat außerdem die Möglichkeit zur Massenbearbeitung ausgewählter Attribute hinzugefügt. Der Verkäufer kann bestimmte Varianten filtern und einen einzelnen Parameter – z. B. Preis, SKU oder Artikelbezeichnung – für mehrere Positionen gleichzeitig aktualisieren.
Parallel dazu ändert sich die Arbeit mit Varianten. Amazon verlagert die Verwaltung von Variantenfamilien schrittweise aus dem bisherigen Variation Wizard. Das Hinzufügen von Angeboten zu einer bestehenden Variantenfamilie sowie das Erstellen von Angeboten innerhalb einer solchen Familie ist nun direkt über die Seite List your Products Search page möglich. Der Variation Wizard funktioniert zwar noch, dient derzeit aber eher als Übergangslösung.
Es empfiehlt sich, die internen Richtlinien zur Listing-Erstellung zu aktualisieren, insbesondere wenn das Team mit Parent- und Child-Beziehungen sowie einer großen Anzahl von SKUs arbeitet. Das neue Add Products kann die Arbeitszeit verkürzen – allerdings nur dann, wenn die operativen Prozesse an das neue Layout im Seller Central angepasst werden. Andernfalls kann die Umstellung vorübergehend zu mehr Fehlern führen, besonders bei Varianten und der Massenbearbeitung.
Country-specific images im Image Manager: Leichtere Kontrolle lokaler Grafiken
Am 17. Juni 2026 führte Amazon die Möglichkeit ein, länderspezifische Bilder direkt über den Image Manager hochzuladen.
Bisher war dieser Prozess umständlicher. Wollte eine Marke unterschiedliche Bildversionen in verschiedenen Stores nutzen – beispielsweise Grafiken mit Texten auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Spanisch –, musste der erste Upload über Upload Images erfolgen. Erst danach konnten diese Materialien im Image Manager verwaltet werden.
Nach der Änderung können länderspezifische Bilder sofort im Image Manager hinzugefügt werden. Zudem hat Amazon Filteroptionen integriert, mit denen sich überprüfen lässt, welche Grafiken in den jeweiligen Stores angezeigt werden.
Dies ist besonders wichtig für Marken, die im Cross-Border-Handel aktiv sind. Produktgrafiken enthalten immer häufiger Texte, Infografiken, Anleitungen, Größentabellen oder Compliance-Hinweise. Eine fehlerhafte Zuordnung der Sprachversion zu einem Markt ist nicht nur ein optisches Problem – sie führt in der Regel zu einem Vertrauensverlust in das Angebot, verschlechtert die Conversion Rate und erschwert dem Kunden die Kaufentscheidung.
Content- und Operations-Teams sollten die lokalen Grafiken für die wichtigsten ASINs überprüfen. Vor allem dort, wo ein Listing auf mehreren Märkten aktiv ist und die Bilder Text enthalten. Die neuen Filter im Image Manager erleichtern zwar die Kontrolle, ersetzen jedoch nicht eine saubere Struktur bei Dateinamen, Sprachversionen und dem Veröffentlichungsprozess der Grafiken.
Neuer Zoll für B2C-Sendungen aus Drittländern ab dem 1. Juli 2026
Die geschäftlich bedeutendste Änderung betrifft den Import von B2C-Kleinsendungen in die EU.
Ab dem 1. Juli 2026 entfällt die bisherige Zollbefreiung für Waren mit geringem Wert. Für Sendungen mit einem Wert von maximal 150 Euro, die aus Drittländern an Verbraucher in der EU importiert werden, wird ein Zoll in Höhe von 3 Euro pro Artikel oder Tariflinie in der Zollanmeldung erhoben. Amazon weist darauf hin, dass diese Änderung auf die Verordnung (EU) 2026/382 zurückgeht.
Diese neue Zollgebühr betrifft FBM- und FBA-Sendungen, wenn die Produkte direkt von außerhalb der EU an Kunden in der Europäischen Union verschickt werden. Sie gilt nicht für Sendungen, die innerhalb des EU-Territoriums an Kunden in der EU versendet werden. In diesem Fall fällt diese spezifische Importgebühr nicht an, auch wenn andere Importkosten weiterhin anfallen können.
Was ändert sich bei FBM?
Bei Sendungen im Modell Fulfilled by Merchant (FBM) ist der Verkäufer verpflichtet, ausschließlich Transportdienste von Dienstleistern zu nutzen, die von Amazon zugelassen sind. Bei Sendungen mit einem Wert von maximal 150 Euro muss der Transporteur autorisiert sein, die IOSS-Nummer von Amazon bei der Zollabfertigung zu verwenden.
Der Verkäufer muss dem Transporteur Folgendes übermitteln:
die ASIN-Daten für jedes Produkt in der unter das IOSS fallenden Sendung,
die IOSS-Nummer von Amazon,
die für die Zollabfertigung erforderlichen Daten und Dokumente.
Amazon erinnert zudem daran, dass solche Sendungen weiterhin als DDP – Delivered Duty Paid abgewickelt werden müssen. Das bedeutet, dass dem Kunden nach der Bestellung keine zusätzlichen Zoll-, Steuer- oder Importkosten entstehen dürfen.
Was ändert sich bei Remote Fulfillment mit FBA?
Bei Produkten, die unter das Programm Remote Fulfillment mit FBA fallen, schlägt Amazon 3 Euro auf den für den Kunden sichtbaren Preis auf, wenn das Produkt in einer Sendung mit einem Wert von maximal 150 Euro enthalten ist. Die Mehrwertsteuer wird nach den bisherigen Regeln berechnet.
In der Praxis kann der für den Kunden in den europäischen Amazon-Stores sichtbare Preis höher sein als der vom Verkäufer eingestellte Preis. Gleichzeitig zeigen die Seiten im Seller Central, einschließlich Alle Lagerbestände verwalten, weiterhin den Preis ohne diesen Zoll und ohne eventuelle Mehrwertsteuer an. Ab dem 1. Juli kann der endgültige Verkaufspreis für ASINs im Remote Fulfillment mit FBA im Versandgebühren-Rechner überprüft werden.
Hierbei ist eine Neuberechnung der Marge besonders wichtig. Bei günstigen Produkten können 3 Euro pro Artikel die Rentabilität des Verkaufs massiv beeinflussen. Die Auswirkungen machen sich besonders bei preiswerten Produkten, Multipacks, geringen Margen, aggressiven Preisregeln und einem auf dem Remote Fulfillment basierenden Vertrieb bemerkbar.
Verkäufer, die eine Preisautomatisierung nutzen, sollten prüfen, ob der neue Zoll ihre bisherige Strategie stört. Steigt der Preis für den Kunden, kann die Conversion Rate sinken. Versucht der Verkäufer hingegen, den Preis konkurrenzfähig zu halten, geht dieser Kostenfaktor direkt zulasten der Marge.
In einigen Fällen lohnt es sich, das Versandmodell aus Drittländern mit einem lokalen Fulfillment in der EU zu vergleichen. Sendungen, die aus einem Lager in der EU an Kunden in der EU geliefert werden, unterliegen dieser Gebühr nicht, weshalb eine lokale Lagerung rentabler als zuvor sein könnte.
Was sollte man zuerst prüfen?
Nach diesen Updates sollten Verkäufer folgende 5 Bereiche analysieren:
Prozess der Listing-Erstellung – Ob das Team weiß, wie man im neuen Add Products arbeitet und wo die Schritte im Zusammenhang mit Variantenfamilien auszuführen sind.
Richtlinien für Varianten – Ob die aktuellen Prozesse noch auf dem Variation Wizard basieren und ob sie auf die neue Arbeitsweise über die Seite „List your Products Search“ umgestellt werden müssen.
Lokale Grafiken – Ob die Sprachversionen der Bilder den Stores korrekt zugeordnet sind und ob der Image Manager die passenden Materialien für den jeweiligen Markt anzeigt.
Aus Drittländern versandte ASINs – Welche Produkte einen Wert von unter 150 Euro haben und ab dem 1. Juli 2026 von dem neuen Zoll betroffen sein könnten.
Preise, Margen und Automatisierungen – Ob Preisregeln, Remote Fulfillment mit FBA und die aktuelle Preispolitik nach Aufschlag der 3 Euro pro Position weiterhin funktionieren.
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Zusammenfassung
Einerseits vereinfacht die Plattform die Arbeit im Seller Central: Die Erstellung von Listings soll übersichtlicher, die Verwaltung lokaler Bilder einfacher werden, und ein Teil der Varianten-Workflows rückt näher an den standardmäßigen Prozess der Produktlistung heran.
Andererseits gewinnt die Kostenkontrolle massiv an Bedeutung. Der neue Zoll für B2C-Kleinsendungen aus Drittländern kann sich auf die Marge, den für den Kunden sichtbaren Preis und die Wettbewerbsfähigkeit der Angebote in den europäischen Amazon-Stores auswirken.
Für Verkäufer bedeutet dies die Notwendigkeit einer schnellen, aber gründlichen Prüfung von Listings, Varianten, Grafiken, Preisregeln und dem Fulfillment-Modell. Dies ist keine Änderung, die man aufschieben sollte. Ab dem 1. Juli 2026 werden sich die Auswirkungen direkt in den Preisen, Kosten und Verkaufsergebnissen bemerkbar machen.
FAQ – Neue Tools, lokale Grafiken und Zoll für Drittlandssendungen – Amazon
Welche Änderungen hat Amazon im Juni 2026 eingeführt?
Amazon hat drei wichtige Updates für Verkäufer angekündigt. Das erste betrifft eine neue Benutzeroberfläche für „Add Products“ zur Erstellung von Listings. Das zweite ermöglicht es, länderspezifische Bilder direkt im Image Manager zu verwalten. Das dritte betrifft einen neuen Zoll für B2C-Sendungen aus Drittländern mit einem Wert von bis zu 150 Euro, der am 1. Juli 2026 in Kraft tritt.
Worin bestehen die Änderungen bei Add Products?
Amazon hat das Tool „Add Products“ umstrukturiert, um die Angebotserstellung zu vereinfachen. Das neue Interface führt den Nutzer Schritt für Schritt, zeigt den Fortschritt der Dateneingabe an und erleichtert die Verwaltung von Produktvarianten. Zudem wurde eine Option zur Massenbearbeitung bestimmter Attribute hinzugefügt.
Wird der Variation Wizard weiterhin verfügbar sein?
Ja, der Variation Wizard bleibt aktiv, allerdings verlagert Amazon die Verwaltung von Variantenfamilien schrittweise in andere Bereiche des Seller Central. Künftig werden die meisten Varianten-Aktionen direkt über die Seite „List your Products Search“ durchgeführt.
Was sind country-specific images bei Amazon?
Länderspezifische Bilder (country-specific images) sind Grafiken, die bestimmten Amazon-Stores zugeordnet sind. Sie ermöglichen es, Kunden in verschiedenen Ländern unterschiedliche Bildversionen anzuzeigen, z. B. mit Texten in der Landessprache, passenden Größentabellen oder marktspezifischen Informationen.
Warum sind country-specific images im Cross-Border-Handel so wichtig?
Der Verkauf auf mehreren Märkten erfordert eine Anpassung der Inhalte an die lokalen Zielgruppen. Wenn Kunden in Frankreich deutsche Grafiken oder Kunden in Deutschland spanische Bilder sehen, kann dies das Vertrauen in das Produkt mindern und sich negativ auf die Conversion Rate auswirken.
Ab wann gilt der neue Zoll für B2C-Sendungen aus Drittländern?
Die neuen Vorschriften treten am 1. Juli 2026 in Kraft. Sie gelten für Sendungen mit einem Wert von maximal 150 Euro, die von außerhalb der Europäischen Union an Kunden in der EU verschickt werden.
Wie hoch ist der neue Zoll für Sendungen aus Drittländern?
Für Sendungen, die unter die neuen Regeln fallen, wird ein Zoll in Höhe von 3 Euro für jeden Artikel oder jede Tariflinie in der Zollanmeldung erhoben.
Wen betrifft die neue Zollgebühr von 3 EUR auf Amazon?
Die Änderung betrifft Verkäufer, deren Waren direkt aus Drittländern an Kunden in der Europäischen Union versendet werden. Dies umfasst sowohl bestimmte FBM-Sendungen als auch Produkte, die im Modell „Remote Fulfillment mit FBA“ verkauft werden.
Betrifft der neue Zoll auch Sendungen, die aus Lagern innerhalb der EU verschickt werden?
Nein. Die neue Gebühr gilt nicht für Sendungen, die aus einem in der Europäischen Union gelegenen Lager an einen Kunden in der EU geschickt werden. In diesen Fällen gelten die bisherigen Bestimmungen.
Wie wird sich der neue Zoll auf die Margen der Amazon-Verkäufer auswirken?
Die Auswirkung hängt vom Produktwert und dem Verkaufsmodell ab. Bei günstigen Produkten und geringer Marge können die zusätzlichen 3 Euro die Rentabilität erheblich schmälern oder eine Erhöhung des Endpreises für den Kunden erforderlich machen.
Schlägt Amazon den neuen Zoll automatisch auf den Produktpreis auf?
Bei Produkten im Rahmen von „Remote Fulfillment mit FBA“ schlägt Amazon die Gebühr auf den für den Kunden sichtbaren Preis auf. Verkäufer sollten die Auswirkungen dieser Änderung auf die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Angebote und ihre Margen dennoch selbstständig prüfen.
Was ist Remote Fulfillment mit FBA?
Remote Fulfillment mit FBA ist ein Vertriebsmodell, bei dem Amazon den Verkauf von Produkten auf mehreren europäischen Marktplätzen ermöglicht, ohne dass die Ware in jedem Land separat gelagert werden muss. Die Produkte werden aus einem zentralen Amazon-Lager an Kunden in anderen EU-Ländern versandt.
Können die neuen Regeln die Produktpreise auf Amazon beeinflussen?
Ja. In vielen Fällen werden die zusätzlichen Importkosten an den Endkunden weitergegeben, was die Wettbewerbsfähigkeit der Angebote und die Conversion Rate beeinflussen kann.
Wie lässt sich prüfen, welche Produkte nach dem 1. Juli 2026 von einem Rentabilitätsverlust bedroht sind?
Es empfiehlt sich, die aus Drittländern versandten ASINs zu analysieren – insbesondere Produkte mit einem Wert von unter 150 Euro, geringer Marge oder solchen, die automatischen Preisregeln unterliegen. Hilfreich ist hierbei auch eine Kostenanalyse im Versandgebühren-Rechner.
Was sollten Amazon-Verkäufer angesichts dieser Änderungen tun?
Zunächst sollten der Prozess der Listing-Erstellung, die Abläufe zur Variantenverwaltung, lokale Produktbilder, der Versand aus Drittländern sowie die aktuellen Preisregeln überprüft werden. Besonderes Augenmerk sollte auf den Einfluss des neuen Zolls auf die Marge und den endgültigen Verkaufspreis gelegt werden.
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