Amazon-Änderungen 2026 – neue Listing-Anforderungen und FBA-Export-Erweiterung

Neuigkeiten

Amazon verschärft die Kontrolle über Angebote und erweitert die Reichweite von FBA Export. Erfahren Sie, was sich für Verkäufer ändert

Amazon-Änderungen 2026 – neue Listing-Anforderungen und FBA-Export-Erweiterung

Datum der letzten Aktualisierung: 30.09.2026

Amazon führt weitere Änderungen ein, die sich sowohl auf die Erstellung und Bearbeitung von Angeboten als auch auf deren Sichtbarkeit, Compliance und potenzielle Verkaufsreichweite auswirken. Diesmal haben wir es nicht mit einem einzigen großen Update zu tun, sondern mit mehreren Änderungen, die verschiedene Phasen des Verkaufs betreffen: von der Vorbereitung des Hauptbildes und der Compliance-Daten über die den Verbrauchern in der Europäischen Union angezeigten Informationen bis hin zu FBA Export.

Die gemeinsame Richtung ist jedoch klar. Amazon überprüft immer mehr Elemente bereits bei der Erstellung oder Bearbeitung eines Listings und aktualisiert einige Informationen und Einstellungen automatisch. Was genau ändert sich und welche Bereiche sollten überprüft werden?

Inhaltsverzeichnis:

  1. Amazon prüft das Hauptbild noch vor der Veröffentlichung des Angebots

  2. Ab dem 26. Oktober zusätzliche Compliance-Fragen für ausgewählte Kategorien

  3. Auf Listings in der EU erscheinen zusätzliche Informationen zu Verbraucherrechten

  4. FBA Export erweitert die Reichweite – und kann dies automatisch tun

  5. Was verbindet diese Änderungen? Immer mehr passiert vor dem Klick auf „Submit“

  6. Zusammenfassung

  7. FAQ – Häufig gestellte Fragen

Diesen Artikel lesen Sie in 4 Minuten.

Amazon prüft das Hauptbild noch vor der Veröffentlichung des Angebots

Eine der neuen Funktionen betrifft die manuelle Erstellung von Angeboten im Seller Central. Nach dem Hochladen des Hauptbildes prüft Amazon automatisch, ob die Grafik die Mindestanforderungen erfüllt. Das System erkennt unter anderem Hintergründe, die nicht weiß sind, sowie das Vorhandensein von Text, Logos, zusätzlichen Grafikelementen oder Wasserzeichen.

Wenn ein Problem erkannt wird, sieht der Verkäufer die Meldung „Issue detected“. Anschließend kann er die Funktion „Fix image“ nutzen und – falls Amazon eine korrigierte Version generiert – diese akzeptieren. Alternativ kann man eine eigene korrekte Grafik hochladen oder „Fix later“ wählen und mit der Erstellung des Angebots fortfahren.

Diese letzte Option bedeutet jedoch nicht, dass das Problem verschwindet. Das Angebot wird mit dem fehlerhaften Bild übermittelt, und Amazon erinnert daran, dass die Nichterfüllung der Anforderungen an Produktbilder zum Ausschluss des Listings aus den Suchergebnissen führen kann. Die Funktion wird schrittweise eingeführt, weshalb sie möglicherweise noch nicht auf jedem Konto verfügbar ist. 

Was bedeutet das für den Verkäufer?

Das Hauptbild sollte nicht nur als ein Element betrachtet werden, das die CTR und den ersten Eindruck des Kunden beeinflusst, sondern auch als Teil der technischen Bereitschaft des Listings. Amazon verlagert die Kontrolle näher an den Zeitpunkt der Veröffentlichung und signalisiert Fehler sofort, die später die Sichtbarkeit des Angebots einschränken könnten.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Prüfung der Bildkonformität bereits vor der Upload-Phase stattfinden sollte. Die Option „Fix later“ erlaubt es zwar, fortzufahren, sollte aber die korrekte Vorbereitung der Assets nicht ersetzen.

Genau aus diesem Grund sollten Erstellung und Optimierung von Amazon-Angeboten nicht nur den Inhalt des Listings umfassen, sondern auch die Kontrolle der Bildmaterialien und deren Übereinstimmung mit den Anforderungen der Plattform.

Ab dem 26. Oktober zusätzliche Compliance-Fragen für ausgewählte Kategorien

Eine weitere Änderung betrifft Produkte, die als Gefahrgut (dangerous goods) eingestuft werden können. Ab dem 26. Oktober 2026 verlangt Amazon bei der Erstellung neuer oder der Bearbeitung bestehender Listings in ausgewählten Kategorien die Beantwortung zusätzlicher Compliance-Fragen.

Die Änderung betrifft unter anderem Kühlschränke, Klimaanlagen, Gefrierschränke und ähnliche Geräte, Stoßdämpfer und Aufhängungsstreben, Marker und Schreibgeräte sowie chemische Mittel für Pools und Spas. Je nach Produkt fragt Amazon unter anderem nach den Eigenschaften des Kältemittelgases, dem Dämpfungsmechanismus, den Eigenschaften der Tinte oder der chemischen Zusammensetzung und der Verpackung.

Wichtig ist hierbei der Zeitpunkt, an dem diese Pflicht in Kraft tritt. Die Fragen sollen bei der Erstellung oder der nächsten Bearbeitung des Listings erscheinen. Amazon weist zudem darauf hin, dass vollständige und korrekte Antworten bei der richtigen Identifizierung von Gefahrgut helfen, die Bereitstellung geeigneter Versandmethoden unterstützen und unnötige Kosten sowie Entsorgungsgebühren reduzieren sollen. 

Für Verkäufer bedeutet dies vor allem, dass sie die Daten vor Beginn der Bearbeitung vorbereiten müssen. Wenn das Portfolio die genannten Kategorien umfasst, ist es ratsam, im Vorfeld zu klären, welche technischen Informationen benötigt werden und woher diese stammen. Die Bearbeitung eines Listings ist nicht mehr nur Arbeit am Inhalt – sie kann eine zusätzliche Compliance-Phase auslösen, die ohne die entsprechenden Produktdaten nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Dies ist besonders wichtig bei größeren Katalogen, bei denen die Informationen zwischen Hersteller, technischer Dokumentation und dem für das Konto zuständigen Team verstreut sein können.

Bei einem größeren Katalog sollten solche Aufgaben als Teil einer umfassenden Amazon-Verkaufsbetreuung betrachtet werden, die das laufende Management des Kontos, der Angebote und der Änderungen der Plattformanforderungen abdeckt.

Auf Listings in der EU erscheinen zusätzliche Informationen zu Verbraucherrechten

Auch das, was der Kunde auf den europäischen Produktseiten sieht, ändert sich. Im Zusammenhang mit der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (ECGT) zeigt Amazon ab dem 27. September 2026 auf den Listings in seinen EU-Shops zusätzliche Informationen zu Verbraucherrechten an.

Das erste Element ist eine automatische Information über die gesetzliche Gewährleistung für die Konformität der Ware. Der Kunde erhält einen Hinweis, der ihn an das Recht auf Reparatur, Ersatz oder Rückerstattung für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren erinnert.

Das zweite ist eine optionale Kennzeichnung der Haltbarkeitsgarantie. Wenn ein Unternehmen als Hersteller des Produkts gilt und eine Funktionsgarantie für einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren gewährt, kann es ein entsprechendes Label auf der Produktseite platzieren.

Die Änderung hat noch eine weitere wichtige Dimension. Amazon erinnert gleichzeitig an die Einschränkungen für allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“, „nachhaltig“ oder „klimaneutral“, wenn diese ausschließlich auf der Kompensation von Emissionen beruhen.

Für Marken, die in der EU verkaufen, bedeutet dies, dass Compliance immer stärker in die Produktkommunikation einfließt. Ein Listing-Audit sollte daher nicht bei Titel, Bullet Points oder Backend-Keywords enden. Bei Aussagen zu Ökologie, Haltbarkeit oder Garantie müssen auch A+ Content, Grafiken und andere Kommunikationselemente überprüft werden, in denen problematische Claims auftauchen könnten.

FBA Export erweitert die Reichweite - und kann dies automatisch tun

Nicht alle Updates bedeuten zusätzliche Pflichten. Amazon erweitert auch FBA Export um mehr als 175 neue Destinationen, wodurch qualifizierte Produkte für weitere internationale Kunden verfügbar werden können. Amazon kündigte an, dass das Update auf den betroffenen Konten innerhalb von etwa 30 Tagen verarbeitet wird.

Für Verkäufer, die FBA Export bereits nutzen, sollen die neuen Destinationen automatisch aktiviert werden, sofern zuvor keine bestimmten Länder oder Produkte gesperrt wurden. Ausgeschlossene Destinationen können in der Liste der eingeschränkten Länder (Restricted countries) überprüft werden. Wenn ein Verkäufer FBA Export derzeit nicht nutzt, werden die Kontoeinstellungen nicht automatisch geändert.

Amazon übernimmt im Rahmen des Programms unter anderem die Abwicklung internationaler Bestellungen, die Handhabung von Einführzöllen und der Zollabwicklung sowie die Lieferung des Produkts an den Käufer. Die internationalen Versandkosten und Zollgebühren trägt der Käufer. 

Aus geschäftlicher Sicht ist jedoch noch etwas anderes wichtig: Eine automatische Erweiterung der Verfügbarkeit sollte nicht automatisch eine Entscheidung zur Expansion bedeuten.

Ein Verkäufer, der FBA Export bereits nutzt, sollte prüfen, wo seine Produkte nach der Änderung verfügbar werden und ob die aktuellen Länder- und Produktbeschränkungen noch der festgelegten Verkaufsstrategie entsprechen. Die technische Möglichkeit, einen neuen Kunden zu erreichen, ist eine Chance, ersetzt aber nicht die Entscheidung darüber, wo und wie die Marke präsent sein möchte.

Bei einer breiteren Expansion lohnt es sich daher, den Cross-Border-Verkauf auf Amazon als einen geplanten Prozess der Auswahl und Erschließung weiterer Märkte zu betrachten und nicht nur als Ergebnis einer automatischen Erweiterung der Produktverfügbarkeit.

Was verbindet diese Änderungen? Immer mehr passiert vor dem Klick auf „Submit“

Amazon versucht immer häufiger, potenzielle Probleme früher zu erfassen: beim Hochladen eines Bildes, beim Erstellen oder Bearbeiten eines Angebots oder bei der Klassifizierung eines Produkts. Gleichzeitig werden Elemente erweitert, die sich automatisch ändern können – von den dem Kunden präsentierten Informationen bis hin zur Reichweite von FBA Export.

Für den Verkäufer bedeutet dies die Notwendigkeit, mehrere Bereiche zu kontrollieren: die Konformität des Hauptbildes, die für Gefahrgut erforderlichen Daten, Claims und Verbraucherinformationen auf europäischen Listings sowie die Einstellungen für FBA Export und Restricted countries.

Nicht jede der beschriebenen Änderungen erfordert eine sofortige Überarbeitung bestehender Angebote. Es ist jedoch ratsam, deren Auswirkungen auf den eigenen Katalog zu prüfen, bevor ein Problem zu Verzögerungen bei der Veröffentlichung, Einschränkungen der Sichtbarkeit oder der Notwendigkeit einer erneuten Bearbeitung des Listings führt.

Weitere Amazon-Updates sollten daher nicht nur als Neuigkeiten bewertet werden, sondern im Licht einer konkreten Frage: Was bedeutet diese Änderung für unsere aktuellen Angebote, Produktdaten und Kontoeinstellungen? Erst dann übersetzt sich eine Amazon-Meldung in reale Entscheidungen im täglichen Verkaufsmanagement.

Zusammenfassung

Die von Amazon eingeführten Änderungen zeigen, dass das Angebotsmanagement immer häufiger eine Kombination aus Verkaufsoptimierung mit technischer Kontrolle und Compliance erfordert. Das Hauptbild, Produktdaten, Umweltaussagen oder die bei der Gefahrgutklassifizierung erforderlichen Informationen können nicht nur die Qualität des Listings beeinflussen, sondern auch die Möglichkeit seiner Veröffentlichung und seine Sichtbarkeit.

Gleichzeitig zeigt die Erweiterung von FBA Export die andere Seite der Amazon-Automatisierung. Die Plattform kann selbstständig die Reichweite qualifizierter Produkte erhöhen, aber das bedeutet nicht, dass jede neue Destination für die jeweilige Marke geeignet ist. Die Exporteinstellungen und die Liste der Restricted countries sollten ebenfalls einer regelmäßigen Kontrolle unterliegen.

Für Verkäufer ist die wichtigste Schlussfolgerung daher einfach: Es lohnt sich, auf Amazon-Änderungen zu reagieren, bevor ein Problem bei einem aktiven Listing auftritt. Die regelmäßige Überprüfung von Angeboten, Produktdaten, Compliance und Kontoeinstellungen ermöglicht es, frühzeitig Elemente zu erkennen, die die Sichtbarkeit des Produkts einschränken, die Bearbeitung des Angebots verzögern oder dessen Verfügbarkeit ungeplant auf weitere Märkte ausdehnen könnten.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Prüft Amazon das Hauptbild des Produkts automatisch?

Amazon führt eine Funktion zur automatischen Überprüfung des Hauptbildes bei der manuellen Erstellung eines Angebots im Seller Central ein. Das System kann unter anderem einen unzulässigen Hintergrund, Text, Logos, zusätzliche Grafikelemente oder Wasserzeichen erkennen. Die Funktion wird schrittweise eingeführt, weshalb sie möglicherweise noch nicht auf jedem Konto sichtbar ist.

Was passiert, wenn das Hauptbild nicht den Anforderungen von Amazon entspricht?

Der Verkäufer erhält möglicherweise die Meldung „Issue detected“ und die Möglichkeit, das Bild zu korrigieren. Es kann auch die Option „Fix later“ verfügbar sein, aber das Fortfahren mit der Angebotserstellung löst das Problem nicht – ein nicht konformes Bild kann später dazu führen, dass das Listing aus den Suchergebnissen ausgeschlossen wird.

Welche neuen Anforderungen gelten für Gefahrgut (dangerous goods) auf Amazon?

Ab dem 26. Oktober 2026 verlangt Amazon bei der Erstellung oder Bearbeitung von Listings in ausgewählten Kategorien zusätzliche Compliance-Informationen. Die Fragen können sich unter anderem auf Kältemittelgase, den Dämpfungsmechanismus, die Eigenschaften der Tinte, die chemische Zusammensetzung oder die Verpackung des Produkts beziehen.

Kann die Bearbeitung eines bestehenden Listings eine zusätzliche Compliance-Prüfung auslösen?

Ja. Gemäß der beschriebenen Änderung können zusätzliche Fragen sowohl bei der Erstellung eines neuen Listings als auch bei der nächsten Bearbeitung eines bestehenden Angebots auftreten. Daher ist es ratsam, die erforderlichen technischen Produktdaten vor Beginn der Änderungen vorzubereiten.

Welche Informationen über Verbraucherrechte zeigt Amazon auf Listings in der EU an?

Seit dem 27. September 2026 zeigt Amazon zusätzliche Informationen zu Verbraucherrechten an, einschließlich eines Hinweises zur gesetzlichen Gewährleistung für die Konformität der Ware. In bestimmten Fällen ist auch die Kennzeichnung einer Haltbarkeitsgarantie möglich, die für einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren gewährt wird.

Dürfen Begriffe wie „eco-friendly“, „green“ oder „sustainable“ auf Amazon verwendet werden?

Der Artikel weist darauf hin, dass Amazon an die Einschränkungen für allgemeine Umweltschutzaussagen erinnert. Daher sollte die Kommunikation bezüglich Ökologie und Nachhaltigkeit nicht nur im Text des Listings, sondern auch in Grafiken und im A+ Content kontrolliert werden.

Was ändert sich durch die Erweiterung von Amazon FBA Export?

Amazon erweitert FBA Export um mehr als 175 neue Destinationen. Dadurch können qualifizierte Produkte für weitere internationale Kunden zugänglich gemacht werden, ohne dass der Verkäufer den Versand dieser Bestellungen selbst organisieren muss.

Werden neue Länder bei FBA Export automatisch aktiviert?

Für Verkäufer, die FBA Export bereits nutzen, sollen neue Destinationen automatisch aktiviert werden, sofern bestimmte Länder oder Produkte nicht zuvor gesperrt wurden. Daher lohnt es sich, die FBA-Exporteinstellungen und die Liste der Restricted countries zu überprüfen.

Go2Market