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Die wichtigsten Änderungen auf Amazon für Verkäufer im Jahr 2026
03.06.2026

Zuletzt aktualisiert am: 03.06.2026
Amazon führt regelmäßig Änderungen ein, die sich nicht nur auf die tägliche Kontoverwaltung auswirken, sondern auch darauf, wie Vertrauen aufgebaut, Marken geschützt und internationale Verkäufe getätigt werden.
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf vier wichtige Updates: die Änderung der Buyer Dissatisfaction Rate, das IP-Accelerator-Programm, Zertifikate in Amazon Business und den Service EPR Pay on Behalf in Österreich. Jedes dieser Updates betrifft einen anderen Bereich des Verkaufs, aber alle haben einen gemeinsamen Nenner: Sie zeigen, dass eine erfolgreiche Präsenz auf Amazon heute nicht nur ein gutes Angebot erfordert, sondern auch gut strukturierte Prozesse aufseiten der Marke.
Inhaltsverzeichnis:
Buyer Dissatisfaction Rate – neue Bewertungsregeln
IP Accelerator – schnellerer Markenschutz
Zertifikate in Amazon Business – höhere Glaubwürdigkeit
EPR Pay on Behalf in Österreich – einfachere Compliance
Zusammenfassung
FAQ – Änderungen für Amazon-Verkäufer im Jahr 2026
Lesezeit dieses Artikels: 4 Minuten.
Buyer Dissatisfaction Rate – neue Bewertungsregeln
Amazon hat die Art und Weise geändert, wie Kundenfeedback im Rahmen der Buyer Dissatisfaction Rate gesammelt wird, die in den Customer Service Quality Insights verfügbar ist. Das Update betrifft Self-Ship-Verkäufer, also diejenigen, die den Versand und den Kundenservice selbst abwickeln.
Bislang bewertete Amazon das Kundenerlebnis anhand der Frage: „Hat dies Ihr Problem gelöst?“ mit den Antworten „Ja“ oder „Nein“. Am 17. April 2026 wurde diese Frage durch eine Skala von 1 bis 5 ersetzt. Die Bewertungen 1 und 2 werden als Signal für Unzufriedenheit gewertet, die Bewertungen 4 und 5 als Zufriedenheit, während die Bewertung 3 neutral bleibt und bei der Berechnung der Rate nicht berücksichtigt wird.
Für Verkäufer bedeutet dies ein präziseres Bild der Servicequalität. Jetzt zählt nicht mehr nur die Lösung des Falls an sich, sondern auch die Art der Kommunikation, die Reaktionsgeschwindigkeit, die Klarheit der Antworten und das Gefühl des Kunden, dass sein Problem ernst genommen wurde.
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IP Accelerator – schnellerer Markenschutz
Amazon erinnert an das Programm IP Accelerator, das Marken dabei hilft, ihre Marke schneller zu schützen und ausgewählte Tools in der Brand Registry zu nutzen.
Das Programm verbindet Verkäufer mit geprüften Anwaltskanzleien, die den Prozess der Markenanmeldung unterstützen. Die Kontaktaufnahme mit dem Dienstleister ist kostenlos, die Marke rechnet jedoch direkt mit der ausgewählten Kanzlei ab.
Der größte Vorteil ist der schnellere Zugriff auf Funktionen wie „Verstoß melden“, A+-Inhalte, Stores oder Sponsored Brands – auch dann, wenn die Markenanmeldung noch läuft. Dies ist wichtig für Unternehmen, die gleichzeitig ihre Marke schützen und ihre Produkte auf Amazon optimal präsentieren möchten.
Zertifikate in Amazon Business – höhere Glaubwürdigkeit
Amazon Business ermöglicht es Verkäufern, Zertifikate zu ihrem Profil hinzuzufügen. Nach dem Ausfüllen sind diese auf dem Verkäuferprofil und den Produktseiten sichtbar.
Dies ist besonders im B2B-Verkauf von Bedeutung, wo ein Teil der Unternehmen nach bestimmten Einkaufsrichtlinien, Compliance-Anforderungen oder Präferenzen für zertifizierte Lieferanten handelt. Ein Zertifikat kann daher nicht nur ein Imagefaktor sein, sondern auch ein echtes Argument im Kaufprozess.
Amazon weist darauf hin, dass Zertifikate die Sichtbarkeit von Produkten in Suchanfragen, Empfehlungen, Storefronts und saisonalen Kampagnen für Geschäftskunden erhöhen können. Nach Angaben von Amazon gaben Kunden, die zertifizierte Verkäufer bevorzugen, im Jahr 2025 über 450 Mio. USD bei Verkäufern mit Zertifikaten aus. Verkäufer, die diese zum ersten Mal hinzugefügt haben, verzeichneten im Jahr 2024 einen durchschnittlichen Anstieg der B2B-Verkäufe um 10 %.
EPR Pay on Behalf in Österreich – einfachere Compliance
Amazon erweitert den Service EPR Pay on Behalf für Verkäufer, die Produkte nach Österreich versenden. Das Update betrifft die EPR-Anforderungen (Erweiterte Produzentenverantwortung), die unter anderem Verpackungen, Batterien sowie Elektro- und Elektronik-Altgeräte umfassen.
Die österreichischen Behörden verlangen eine entsprechende Registrierungsnummer. Für Batterien und WEEE wird eine gültige GLN benötigt, für Verpackungen die VKS-Nummer. Im Rahmen des Services kann Amazon die EPR-Registrierung, die Bestellung eines Bevollmächtigten (Authorized Representative), die Umsatzmeldung und die Zahlung der Umweltgebühren (eco-contributions) im Namen des Verkäufers übernehmen.
Die Kosten für die Registrierung und die Bestellung eines Bevollmächtigten betragen 2,50 EUR pro Produktkategorie, hinzu kommen die umsatzabhängigen Umweltgebühren. Das bedeutet 2,50 EUR für eine Kategorie, 5,00 EUR für zwei und 7,50 EUR für drei Kategorien.
Die Plattform teilt außerdem mit, dass sie den Verkäufer beim österreichischen BMLUK registrieren, die entsprechende GLN- oder VKS-Nummer beschaffen und die ERP Austria GmbH als Bevollmächtigten einsetzen wird. Die Gebühren werden nach dem ersten Meldezyklus erhoben. Die Gebühr für den Service „EPR Pay on Behalf“ selbst ist derzeit kostenlos, könnte aber im Jahr 2027 rund 25 EUR pro Jahr und Kategorie betragen.
Für Verkäufer, die nach Österreich liefern, ist dies ein wichtiger Bereich, den es zu regeln gilt. Mängel bei der Einhaltung lokaler Vorschriften können die Verkaufsstabilität beeinträchtigen. Daher lohnt es sich, die Kontodaten im Seller Central zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Unternehmensinformationen vollständig und aktuell sind.
Zusammenfassung
Amazon belohnt zunehmend gut organisierte Verkäufer. Solche, die ihre Prozesse, Dokumente, den Kundenservice und den Markenschutz im Griff haben. Der Verkauf allein reicht nicht mehr aus, wenn dahinter kein funktionierendes System steht.
Man sollte diese Updates nicht als separate Meldungen betrachten, sondern als Teil eines größeren Puzzles. Amazon schafft eine Umgebung, in der die Qualität des Kundenerlebnisses, die formelle Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers und die Einhaltung von Vorschriften zu Wettbewerbsvorteilen werden. Das bedeutet: Eine Marke, die vorausschauend agiert, kann nicht nur Risiken minimieren, sondern auch neue Chancen schneller nutzen.
Für Verkäufer ist dies ein guter Zeitpunkt für eine praktische Überprüfung ihres Kontos. Nicht nur, um die nächsten Anforderungen „abzuhaken“, sondern um zu prüfen, ob das aktuelle Verkaufsmodell für weiteres Wachstum bereit ist. Baut der Kundenservice Vertrauen auf? Ist die Marke ausreichend geschützt? Stärkt das Profil die Glaubwürdigkeit? Entspricht der grenzüberschreitende Verkauf den lokalen Regeln?
Diese Fragen werden immer häufiger den Unterschied ausmachen zwischen Marken, die nur auf Veränderungen reagieren, und solchen, die darauf einen Vorsprung aufbauen können.
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FAQ – Änderungen für Amazon-Verkäufer im Jahr 2026
Wen betrifft die neue Umfrage zur Kundenzufriedenheit?
Die Änderung betrifft Self-Ship-Verkäufer, die den Versand und den Kundenservice selbst abwickeln. Die Umfrage beeinflusst die Buyer Dissatisfaction Rate in den Customer Service Quality Insights.
Ab wann ändert Amazon die Art der Feedback-Erfassung im Kundenservice?
Das neue Umfragemodell soll ab dem 17. April 2026 gelten.
Wie wird die Buyer Dissatisfaction Rate nach der Änderung berechnet?
Bewertungen von 1–2 werden als Unzufriedenheit gewertet. Bewertungen von 4–5 werden als Zufriedenheit gewertet. Die Bewertung 3 ist neutral und fließt nicht in die Berechnung der Rate ein.
Was ist der IP Accelerator?
Der IP Accelerator ist ein Programm von Amazon, das Verkäufer mit verifizierten Rechtsdienstleistern verbindet, die bei der Markenanmeldung helfen.
Erhebt Amazon eine Gebühr für die Nutzung des IP Accelerator?
Amazon erhebt keine Gebühr für die Vermittlung des Dienstleisters. Der Verkäufer wählt den Anbieter aus, arbeitet direkt mit ihm zusammen und bezahlt ihn für die erbrachten Leistungen.
Welche Vorteile bietet die Teilnahme am IP Accelerator?
Verkäufer können schnelleren Zugriff auf Markenschutz-Tools und Verkaufsfunktionen wie „Verstoß melden“, A+-Inhalte, Stores und Sponsored Brands erhalten, selbst wenn die Markenanmeldung noch läuft.
Wen betrifft EPR Pay on Behalf für Österreich?
Der Service betrifft Verkäufer, die Produkte in den Kategorien Batterien, Verpackungen und WEEE nach Österreich versenden.
Wie viel kostet die EPR-Registrierung für Österreich über Amazon?
Die Kosten betragen 2,50 EUR pro Kategorie. Wenn ein Verkäufer in drei Kategorien (Batterien, WEEE und Verpackungen) tätig ist, beträgt die feste Gebühr 7,50 EUR zzgl. variabler Umweltgebühren je nach Verkaufsvolumen.
Wird EPR Pay on Behalf als Dienstleistung immer kostenlos sein?
Amazon gibt an, dass die Servicegebühr für „EPR Pay on Behalf“ pro Kategorie derzeit kostenlos ist, im Jahr 2027 jedoch etwa 25 EUR pro Jahr betragen kann.
Warum sollte man Zertifikate in Amazon Business hinzufügen?
Zertifikate können die Glaubwürdigkeit des Verkäufers bei B2B-Kunden stärken, insbesondere bei solchen mit eigenen Einkaufsrichtlinien, Compliance-Anforderungen oder Präferenzen für zertifizierte Lieferanten.
Welche Daten belegen die Bedeutung von Zertifikaten in Amazon Business?
Laut Amazon gaben Kunden mit Einkaufsrichtlinien, die zertifizierte Verkäufer bevorzugen, im Jahr 2025 über 450 Mio. USD bei Verkäufern mit Zertifikaten aus. Verkäufer, die zum ersten Mal Zertifikate in Amazon Business hinzugefügt haben, verzeichneten im Jahr 2024 einen durchschnittlichen Anstieg der B2B-Verkäufe um 10 %.
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